Freitag, 23. September 2016

Medien entrümpeln

Der Herbst ist bei mir auch eine Zeit, in der ich - genauso wie im Frühjahr - viel in Haus und Garten herumräume. Kleidung und Bettwäsche muss für die kommenden Saisonen hergerichtet werden, viele Dinge sind einzuwintern oder wieder hervorzuholen, eine wunderbare Gelegenheit, um Klar Schiff zu machen.




Wie schon oft gesagt: ich lebe in einem prinzipiell sauberen, organisierten, aufgeräumten Haus, wie vermutlich die meisten von euch. Und trotzdem gibt es Ecken und Nischen, Regale, Kästen und Bereiche, in denen sich ganz still und heimlich ein wenig Chaos breitmachen will. Zunächst fast unbemerkt, dann natürlich irgendwann extrem lästig.

Derzeit organisiere ich unsere Medien neu. Im Laufe der Zeit haben sich einfach viel zu viele Bücher, CDs, DVDs, Spiele und Zeitschriften angesammelt. Obwohl wir oft und gerne in Leihbüchereien lesen und ausleihen, findet doch immer und immer wieder ein Buch, eine Zeitschrift, eine DVD den Weg in unser Zuhause.

Bei unserem Umzug vor mehr als zwei Jahren wurde zwar recht gründlich aussortiert, gleichzeitig aber der Bücherschrank auch wieder ordentlich aufgestockt, weil wir mit dem alten Haus auch eine riesige Bibliothek übernahmen.

In den letzten Wochen und Monaten ärgerte ich mich ständig über irgendwelche Medien. Was ich suchte, fand ich nicht gleich. Ständig lag etwas irgendwo herum und wenn ich etwas Neues kaufen wollte oder geschenkt bekam, fand ich dafür keinen Platz. Eine unerfreuliche Situation.

Lösung 1: neue Regalsysteme anschaffen und alles gründlich sortieren. Problem: wir haben keinen Platz für zusätzliche Regale, gar keinen Platz. Oder unser kleines locker und luftig möbliertes Häuschen wird zum Bücherlager. NEIN!!!




Lösung 2: Entrümpeln. Ojeee, da waren meine drei Männer aber wenig begeistert. Vor allem, was DVDs und CDs betrifft. Man kann zwar fast alles ausleihen und streamen aber die hunderten Medienscheiben waren tabu. Hmmmh.

Also, was tun?

Zunächst einmal räumte ich vor einigen Monaten eine ganze Menge Medien, Bücher, CDs etc. in die dritte Reihe ganz unten im Regal bzw. packte hunderte CDs in Kisten auf den winzigen Dachboden. Dann wartete ich ab. Was geschah??? Richtig, niemandem ging auch nur ein Stück ab. Gelesen wurde, was leicht zugänglich war und natürlich hauptsächlich Neues bzw. ältere Klassiker. Die gesamten Bücher, die man quasi wie Soletti kauft, kann man nach einem Mal Lesen getrost entsorgen.




Für CDs fand ich bald eine Lösung, die meine Männer zufriedenstellte. Mittels eines kleinen Gratistools kopierte ich alle CDs verlustfrei auf eine externe Festplatte. Alle können darauf zugreifen und sich nun für Handy oder Ipod ganz schnell eigene Playlists zusammenstellen. Wichtig ist, die Medien nicht nur in ITunes hineinzuspielen, sondern richtig zu kopieren. Ich verwendete dazu das Gratisprogramm EAC (Exakt Audio Copy), das schnell und einfach zu bedienen ist. Man muss aber bedenken, dass das Speichern fast in Echtzeit geschieht, es dauert also richtig lange. Dafür läuft das Programm bequem in Hintergrund, wenn man nicht gerade extrem speicherintensive Programm offen hat (bei mir sind das meine Grafik- und Zeichenprogramme), kann man es während der normalen Arbeit erledigen. Extrem kopiergeschützte CDs kann man nicht digitalisieren, aber da wir schon länger keine CDs mehr kaufen sondern nur mehr einzelne Titel sind die meisten CDs schon ein paar Jahre alt.


Für DVDs fand ich bisher keine praktikable Lösung, die auch der Fernseher dann von der Festplatte abspielen kann. Hier suche ich noch und möchte dann auch die Filme speichern. Wer hat Erfahrungen mit dem digitalen Speichern von Filmen? Und wie kann man diese dann bequem zum Fernseher transferieren? Mitsamt den Menüs und Auswahlmöglichkeiten und ohne Verluste? Und natürlich NICHT mit einem illegalen Programm, bitte.

Die CDs lassen sich dann, zwar nur um ein paar Cent, aber immerhin, bei Rebuy oder Momox verkaufen.

Bei Büchern ging und gehe (ich bin definitiv noch nicht fertig) ähnlich vor. Alles, was wir sicherlich nicht mehr lesen werden, wird verkauft oder verschenkt. Eine tolle Idee sind die offenen Bücherkästen, die es bei uns an fast jeder Ecke gibt. Ein Verkauf einzelner Bücher oder Medien über Online - Plattformen wie eBay oder Willhaben lohnt sich definitiv nicht, es ist viel Aufwand, das meiste wird nicht gekauft und für den Rest bekommt man auch nur wenige Cent. Antiquariate sind nur dann zu empfehlen, wenn man wirklich viele, interessante, gut erhaltene oder seltene alte Bücher hat.

Mit Flohmärkten oder speziellen Bücherflohmärkten an sich habe ich keinerlei Erfahrung, ich bin keine Flohmarkt - Verkäuferin. Eventuell könnte das aber interessant sein, wenn man sehr viele Medien zu verkaufen hat. Man kann natürlich auch Medien an karitative Flohmärkte spenden, in den meisten Pfarren, Frauenhäusern und sozialen Einrichtungen finden solche Flohmärkte regelmäßig statt. Auf Flohmarkt.at findet man alle aktuellen Termine in seiner Umgebung.

Die besten Bücher, die Lieblingsbücher, gute aktuelle Nachschlagewerke und Klassiker dürfen bleiben, ebenso unsere vielen Garten- und Kochbücher.

Zu Erfahrungen mit Momox und Rebuy ist folgendes zu sagen: die Preise sind wirklich teilweise extrem niedrig (15 cent pro Buch, wenn überhaupt), aber wenn man viel loswerden will, lohnt es sich trotzdem. Manchmal erlebt man auch eine Überraschung, wenn ein eigentlich völlig uninteressantes Buch plötzlich 5 oder 6 Euro Wert ist. Das Eingeben der ISBN ist mühsam, die Varianten mit Scanner fürs Handy nicht wirklich ausgereift. Der Versand ist relativ problemlos, man druckt einen Retourenaufkleber aus und gibt das Paket im Hermes Shop oder bei DHL ab. Die meisten Medien werden anstandslos akzeptiert, ich versende nur - in meinen Augen - einwandfreie Medien und nur ein einziges Mal wurde von Rebuy ein Artikel nicht angenommen. Die Bezahlung erfolgt in einem angemessenen Zeitraum, etwa zwei bis drei Wochen nach Einsendung. Schneller leider nicht, Rebuy ist etwas besser, bei Momox dauert es wirklich fast schon zu lange. Beide akzeptieren Verkäufe ab einer Summe von 10 Euro für den Gratisversand.

Aber vorsicht: beide Firmen haben Algorithmen im Hintergrund laufen, die Waren wiedererkennen. Das bedeutet, dass man Artikel, die man verkaufen will, ja nicht zuerst "prüfen" darf, um sie später zu verkaufen. Das Programm meldet dann einen erhöhten Verkaufswillen, was den Preis sofort drückt bzw. den Verkauf sogar unmöglich macht.

Beispiel: ich stellte einen großen Berg Medien zusammen, öffnete beide Fenster (Momox und Rebuy) und prüfte Artikel für Artikel, wo ich einen besseren Preis bekommen würde. Alle von beiden nicht akzeptierten Artikel sortierte ich aus, den Rest in zwei Stapel.
Am nächsten Tag wollte ich die Stapel dann endgültig verkaufen - und plötzlich akzeptierte Momox etwa die Hälfte der Bücher nicht mehr ("diesen Artikel kaufen wir leider derzeit nicht an"), bzw. bot wesentlich geringere Preise als noch am Vortag. Wichtig: Ware, die man verkaufen will, sofort in den Einkaufswagen legen, man kann den Verkauf ja auch später abschließen.
Bei Rebuy allerdings passierte es mir mehrfach, dass Artikel, die schon im Einkaufswagen lagen, bei der Endabrechnung dann doch nicht mehr akzeptiert wurden oder plötzlich einen geringeren Preis hatten - "leider können wir xyz nicht ankaufen" - "der Preis von xyz ist jetzt leider nur mehr ...". Das ist lästig, vor allem, wenn man die Mindestsumme dann nicht mehr erreicht.

Update: derzeit kann ich Momox leider nicht mehr empfehlen, es werden zu viele Artikel aus meiner Meinung nach recht fadenscheinigen Gründen abgelehnt. Seltsamerweise handelt es sich immer um die Artikel, für die ein höherer Ankaufspreis gelten würde. Man kann sich die Ware dann auf eigene Kosten zurückschicken lassen, aber das kostet mehr, als der gesamte Verkauf bringt. 

Noch ein Update: beide Firmen, sowohl Momox als auch Rebuy, werden ziemlich unfreundlich, wenn man Dinge länger im Warenkorb liegen lässt, ohne den Verkauf abzuschließen (weil man beispielsweise noch Sachen sucht, um auf den Mindestankaufspreis zu kommen). Man erhält im Tagesrhythmus Emails, dass der Preis sinkt und Waren aus dem Verkaufskorb gelöscht werden, etc. Nach dem Motto: "Ihre Artikel verlieren täglich an Wert (O-Ton Rebuy)". Auch keine sehr nette Praxis. 

Fazit: Verkäufe im Internet lohnen sich derzeit meiner Meinung nach nicht, es ist besser (und nachhaltiger), die Dinge bei lokalen Flohmärkten einer sozialen Einrichtung für einen guten Zweck zu spenden.

Meine Lösung für das (nicht virtuelle) Medien - Dilemma:
  • Zeitungen - am besten mindestens 1x pro Woche ins Altpapier
  • Zeitschriften - auch regelmäßig aussortieren, mindestens 1x pro Jahr ordentlich dezimieren, dann ins Altpapier, eventuell auch (rechtzeitig) an Seniorenclubs etc. spenden (aber nicht, wenn sie schon total veraltet sind)
  • Kataloge - alles, was nicht aktuell ist, wandert ins Altpapier
  • Bücher -  Klassiker und Lieblingsbücher dürfen bleiben, der Rest kann entweder verschenkt (Kinderbücher an jüngere Kinder), zu Flohmärkten gebracht, im Internet verkauft oder einem Antiquariat angeboten werden. Echter Mist bitte auch ins Altpapier, hier ist es schade um jeden Gedanken, den man noch daran verschwendet
  • CDs und DVDs kann man digitalisieren, wenn es den Aufwand lohnt. Vieles lässt sich streamen oder um ein geringes Entgelt online für einen gewissen Zeitraum ausborgen. Oft will man einen Film ohnehin nur einmal ansehen. Gut erhaltene Medien kann man verkaufen oder spenden, kaputte oder wirklich schlechte wandern in den Restmüll

Wer mehr zum Thema schnelles Entrümpeln lesen will: hier gibt es die 5-Tage-Challenge. In fünf Tagen etliche Kilo weniger Zeugs im Haus. Garantiert, schnell und völlig schmerzlos.


http://vontagzutag-mariesblog.blogspot.co.at/2015/02/5-tage-mini-organisations-challenge.html


Nächstes Monat geht es mit dem Kinderspielzeug weiter.Auch eine riesige Herausforderung, vor allem, wenn die Kinder größer werden. Zu diesem Thema darf ich bei Annette als Gastbloggerin auftreten. Annette hat eine tolle Aktion ins Leben gerufen - 1000 Teile raus - schaut doch dort einmal vorbei, es gibt vieles zu Entdecken.

Mit herbstlichem Gruß

Marie

Natürlich nehme ich auch wieder an Linkpartys teil. Danke an die Veranstalter!

1 Kommentar:

  1. Liebe Marie,
    vielen Dank für den tollen Bericht und der Verlinkung zur Linkparty: "1000 Teile raus".
    Aufräumen befreit ungemein - stimmt's! :-)

    Liebste Grüße,
    Annette

    AntwortenLöschen

Bitte hab Verständnis, wenn dein Kommentar erst nach einer Prüfung erscheint. Dieser Blog soll ein Ort der Freude, der freundlichen Kommunikation und des fröhlichen Ideenaustauschs sein. Trotzdem freue ich mich natürlich über alle Anregungen und Meinungen - auch kritische Meldungen sind willkommen, soferne sie höflich und konstruktiv sind.
DANKE für alle Kommentare, ich freue mich immer über Rückmeldungen.